Donnerstag, 7. September 2017

Ist das Kunst, oder kann das weg? Negative Rezensionen

Vor kurzem ist es wieder passiert, ich habe eine negative Rezension bei Amazon bekommen.
Der Horror?
Für mich nicht. Warum auch?
Aber zurück zum Anfang.

Gestern Abend kam meine Freundin auf mich zu. Sie war auf der Suche, nach meinem neusten Buch. (Mary ist seit letzter Nacht veröffentlicht – Dazu in einem anderen Beitrag mehr.) Da sie es noch nicht finden konnte, suchte sie es über meinen Autorenaccount bei Amazon. Und dabei bemerkte sie eine neue Rezension, die ich bisher noch gar nicht gesehen hatte (Sorry!)
Sie war wirklich nicht begeistert, dass eines ihrer liebsten Bücher eine 1-Sterne Rezension bekommen hatte. Da meine Nase aktuell über den Kochtöpfen hing, erzählte sie mir, was in dieser Rezension stand. Ich nickte und kochte weiter.
Natürlich habe ich bemerkt, dass sie unruhig wurde. Später habe ich sie dann gefragt. Ihre Aussage:
„Ich würde sterben, wenn ich so eine Rezension bekommen würde!“ Ich blinzelte sie daraufhin verständnislos an. „Warum?“ fragte ich dann.
Nun, jeder kennt die Antwort. Man möchte solche Dinge, nicht unter seiner Arbeit finden.
Ich antwortete ihr dann. „Aber doch, das ist in Ordnung.“
Sie hatte mich zuerst nicht verstanden, bis ich ihr meinen Standpunkt erklärt hatte.
Nun kommt auch der Grund, weshalb ich diesen Beitrag verfasst habe.

Sie ist aktuell dabei ihren Debütroman zu schreiben. Natürlich ist sie, wie jeder andere in dieser Situation auch, aufgeregt und sie wünscht sich, dass jeder dieses Buch genauso liebt, wie sie. Aber das geht nicht.
Und warum? Weil ein Roman eine Kunstform ist.

Wenn also jemand meinen Roman liest, ist das für mich, als würde ich in einer Kunstausstellung vor einem Bild stehen. Mal mag ich es und will es mir an die Wand hängen. Mal interessiert es mich nicht. Und ein anderes Mal, überlege ich, was dieser Schwachsinn soll. (Ich denke dabei gezielt an ein schimmliges Toastbrot in einem Bilderrahmen, das ich einmal in einer Galerie gesehen hatte.) Und so ergeht es uns allen, wenn wir ein Buch lesen. Der Autor – der Künstler in diesem Fall – hat seine Kreativität ausgelebt, etwas erschaffen und teilt es mit den anderen Menschen. Generell gesehen, stehen diese Bücher (dank Amazon) der ganzen Welt offen. Ignorieren wir mal den Fakt, dass nicht jedes Haus einen Internetanschluss besitzt, oder gar einen deutschen Roman lesen kann. Das interessiert mich jetzt nicht. Dieses Beispiel kann man auf jedes Buch anwenden.
Aktuell leben 7,5+ Milliarden Menschen auf dieser Welt! (Und happy Birthday zu den neuen 150.800+ neuen Menschlingen von heute) Alle haben einen eigenen Geschmack, einen eigenen Sinn für Ästhetik. Es ist also unmöglich jedem von denen eine Kunstform zu präsentieren, die sie mögen.
Es stimmt, ich müsste ganz dringend meine Arbeit überdenken, wenn ich durchweg nur negative Rezensionen bekommen würde. Denn dann würde irgendetwas mit meinem Roman nicht stimmen. Genauso wäre es aber auch, wenn jeder es lieben würde.

Meine Verkaufszahlen liegen im 5-stelligen Bereich, da sind drei negative Rezensionen vorprogrammiert. Was ich jedoch interessant finde ist, dass sich die negativen Rezensionen alle um ein Buch herum sammeln. In diesem Fall, spalten meine Zombies die Leser (Schenkelklopfer, ich weiß…) Die einen lieben es, die anderen hassen es. Aber gut, das ist wirklich in Ordnung! Teil 2 und 3 kommen trotzdem. Für die, die es eben mögen.
Vielleicht versteht ihr jetzt, was ich damit meine, dass eine 1-Sterne Rezension nichts Schlimmes ist.


Und, nur damit ich es mir einmal von der Seele schreiben kann: Leute, ich weiß nicht, wie oft ich bereits schlechte Bücher gekauft habe. Ich habe sie nicht gemocht und ich habe sie nach ein paar Seiten wieder geschlossen. Berühmte, wie auch unbekannte. Na und? Dann habe ich mir eben das nächste Buch genommen und einfach wieder gehofft, dass es besser ist. Und so ist es doch jedes Mal. Und zur Information, ich gebe „das ganze Geld“ für die Taschenbücher und Hardcover aus. Also ja, ich kenne diesen Satz: „Das Buch hat etwas gekostet. Auch wenn es nur ein E-Book war.“ Das ist das Risiko dabei. Immer.

Überlegt doch einfach einmal, bevor ihr eine Rezension schreibt. Wenn es einfach euren Geschmack nicht getroffen hat, müsst ihr das dem Autor doch nicht um die Ohren ballern.

Immerhin habt ihr ein Buch gekauft – eben ein Kunstobjekt.